„Skaten sieht so einfach und nach Spaß aus, aber der erste Schritt auf das rollende Brett kostet doch sehr viel Mut!“ – so der erste Satz in der Workshop-Ausschreibung und tatsächlich war in manchen Gesichtern der Teilnehmenden eine gewisse Skepsis zu erkennen, als sie sich – je nach Einteilung ihrer Lerngruppe – frühmorgens zu Schulbeginn oder nach der Großen Pause auf dem kleinen Weg zwischen Friedhof und Wohngebiet einfanden um zu schauen, was denn nun auf sie zukommt.
Das war zunächst einmal:


Wie ist es Robert in kürzester Zeit gelungen, auch die Skeptischen, Ängstlichen, vermeintlich Unsportlichen aufs Board zu bringen, Lächeln und entspannte Züge auf die Gesichter zu zaubern?
Die kleine theoretische Einweisung gemäß der Devise „Safety first“ zu Beginn ist sicher ein erster Eisbrecher, weil hier schon klar wird: Der Mann ist tiefenentspannt und hat einen Humor, der zum Lachen bringt und niemanden bloßstellt. Und wie unaufgeregt Robert allen nacheinander aufs Brett hilft und Sicherheit vermittelt für die erste kurze, langsame Abfahrt. Es dauert nicht lange, da können alle selbstständig auf- und absteigen sowie Kurven fahren. Klappt es nicht gleich, ist Robert da und hilft mit dem, was gebraucht wird: sein Arm als Halt oder einfach ein launiger Tipp.
Kaum stellt sich die Vertrautheit mit dem Board ein („Frau Mania, guck mal, ich fliege!“), geht es schon weiter mit kleinen Kunststücken: Auf dem Brett im Vorbeifahren ein Hütchen aufheben und an anderer Stelle wieder absetzen, unter einer Stange durchfahren, im Slalom locker um Hütchen kurven – den Teilnehmenden ist der Spaß anzusehen, die Freude über den schnellen Lernerfolg.
Die anderen Nutzer des öffentlichen Weges nahmen das ungewohnte Spektakel mit Interesse und Wohlwollen auf; eine Dame war anscheinend so gefesselt von den Aktivitäten, dass sie ungebremst in die Stangenkonstruktion hineinlief – zum Glück gab es auch dabei keine Verletzungen.
Ein letzter Höhepunkt zum Abschluss: Der mehrfache Europameister im Slalom-Skateboarden beeindruckt mit einer Kostprobe seines Könnens und rast auf dem schmalen Weg im Slalom um die Hütchen. Die Kinder der gelben Gruppe jubeln und stehen Schlange für ein Autogramm, die Älteren raunen anerkennend und applaudieren.

Lächelnde, zufriedene, entspannte, begeisterte Schüler:innen kann man auf dem Rückweg in die Schule beobachten, und was sie erlebt haben, wird von einigen im Unterricht authentisch in Worte gefasst:


Workshopteilnehmer der Gruppen Blau und Lila erzählen von ihren Eindrücken, Gedanken und Erlebnissen in Sechs-Wort-Geschichten:
# Was ist das für ein Typ?!
# Er, 56, fährt schon seit 10.
# Wackliges Teil. Alle schauen. Los geht’s!
# Vier Rollen. Ein Brett: schnell angefreundet!
# Runde um Runde macht mehr Spaß.
# Ein Weg, ein Board, viele Hütchen.
# Angst überwinden. Ein Gefühl von Freiheit.
# Sie fuhren später dann sogar Slalom.
# Ein Berg. Viele Skateboards. Keine Verletzten.
Und weil wir Lehrkräfte sehen konnten, wie viel Spaß es macht, mit Robert die Angst vor dem Board zu verlieren und das „Fliegen auf vier Rollen“ zu lernen, konnten alle, die wollten, am 11. Juli nach der GLK ebenfalls von Roberts Lehrertalent profitieren – unsere Schulleitung wie auch der Chefarzt der KJP, Dr. Joas, haben sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen:
Text: J. Maurer








